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Interview mit der UnAuf

Wir haben der UnAuf ein Interview gegeben, welches allerdings gekürzt wurde. Hier findet ihr die vollständige Version!

UnAuf: Die Wahlbeteiligung lag dieses Jahr nur bei 8,5%. Wie wollt ihr die Studierenden näher an die Hochschulpolitik bringen?

Grünboldt: Das Studierendenparlament ist kein klassisches Parlament wie etwa der Bundestag. Es ist ein Organ der studentischen Selbstverwaltung. Dementsprechend geht es weniger um eine Legitimation der Gewählten, als um die Ausübung konkreter Mitbestimmung in der Selbstverwaltung. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass Motivation wählen zu gehen, immer dann besteht, wenn der/die Student_in sich für diese eigenständige, quasi autonome, Struktur interessiert und begeistert, in der allein Studierende entscheiden, was wie passiert. Als Hochschulgruppe wollen wir daher durch Aktionen und Veranstaltungen außerhalb der Gremien stärker auf dem Campus präsent sein, um so, auch inhaltlich, auf die verschiedenen universitären Entscheidungsorgane aufmerksam zu machen und Studierende einzuladen ihre Uni mitzugestalten. Leider unterliegt die Studierendenschaft politischer Meinungsbeschränkung wegen der Begrenzung auf ein lediglich hochschulpolitisches Mandat. Das führt sichtbar zur Entpolitisierung der eigentlich diskussionswürdigen Hochschulumgebung. Wir kämpfen für ein politisches Mandat, um die politische Auseinandersetzung zurück an die Hochschule zu holen und damit auch die Gründe für eine rege Beteiligung in der Studierendenschaft und deren Wahlen. Eine höhere Wahlbeteiligung ist sehr wünschenswert. Realistisch für derartige Selbstverwaltungsorgane schätzen wir bis zu zwanzig Prozent. Aber desto mehr interessierte Beteiligung und Aufmerksamkeit für die studentische Selbstverwaltung desto besser. Auch die UnAuf könnte beispielsweise durch eine stärkere Berichterstattung über die Arbeit in den Uni-Gremien für eine größere Aufgeklärtheit unter den Studierenden sorgen. Wir werden das durch eine vielseitige politische Präsenz auf dem Campus versuchen.

UnAuf: Wie wird eure Zusammenarbeit mit den übrigen Listen aussehen?

Grünboldt: Wir haben bisher gut mit den anderen linken Listen im StuPa zusammengearbeitet und wollen dies auch weiterhin tun. Dazu gehören gemeinsame Veranstaltungen und Vernetzungen in den diversen Gremien. Prinzipiell sind wir gerne bereit mit allen Listen zusammenzuarbeiten, die unsere grün-alternativen Überzeugungen und Vorstellungen teilen.

UnAuf: Welche Projekte werdet ihr als erstes angehen?

Grünboldt: Wir gehen das an, was wir im Wahlkampf versprochen haben. Wir unterstützen unser Ökologiereferat bei der Initiative gegen die Kaffeebecher aus Pappe und Plastik in den Cafeterien des Studentenwerks. Wir stellen uns ein System mit Thermobechern vor, welche das Studentenwerk günstig verkauft. Darüber hinaus geht es um eine Ausweitung des vegetarischen und veganen Essensangebot in den Mensen. Mit der Humboldt-Innovation GmbH haben wir Gespräche bezüglich der Umstellung auf ökologische und fair produzierte Textilien im Humboldt-Store aufgenommen. Für viele mögen das sekundäre Probleme sein, aber wir sind der festen Überzeugung, dass die HU endlich beginnen muss, weniger verschwenderisch mit unseren natürlichen Ressourcen umzugehen. Zudem sind wir von Anfang an gerne Ansprechpartnerin für Studierende mit Ideen oder auch Problemen an der HU.